Ausbildung
Die Ausbildung zum Fleischer dauert drei Jahre, ebenso die zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei. Ausbildungsbetriebe sind handwerkliche Fleischereien, Frischetheken im Lebensmittelhandel und Betriebe der Fleischindustrie. Frag, ob du im Betrieb auch Schlachtung und Zerlegung lernst oder vor allem Verarbeitung und Verkauf, denn das unterscheidet sich stark.
Quereinstieg
Stellen wie Mitarbeiter Fleischerei, Helfer in der Produktion oder Verkäufer an der Bedientheke richten sich auch an Menschen ohne Ausbildung. Erfahrung aus Küche, Lebensmittelhandel oder Produktion hilft. Wichtig sind Zuverlässigkeit bei frühen Diensten, der Umgang mit Kälte in Kühlräumen und sichere Arbeit mit Messern und Maschinen. Wer mindestens das Eineinhalbfache der Ausbildungsdauer im Beruf gearbeitet hat, kann nach § 37 HwO auch ohne Ausbildung zur Gesellenprüfung zugelassen werden. Frag bei der Kammer nach deinen Möglichkeiten.
Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz
Fleisch und Fleischerzeugnisse gehören zu den Lebensmitteln, für die § 42 IfSG besondere Regeln aufstellt. Bevor du erstmals gewerbsmäßig damit arbeitest, brauchst du eine Bescheinigung des Gesundheitsamts oder eines beauftragten Arztes über die Belehrung nach § 43 IfSG. Sie darf bei Arbeitsbeginn nicht älter als drei Monate sein. Danach belehrt dich der Arbeitgeber alle zwei Jahre.
Arbeitsschutz
Die Arbeit mit Messern, Sägen und Maschinen ist gefährlich, wenn Schutzausrüstung fehlt. Je nach Arbeitsbereich gehören Stechschutzschürze, Schnittschutzhandschuhe und rutschfeste Schuhe dazu. Frag, welche Ausrüstung gestellt wird und wie die Einweisung an Maschinen abläuft. Wer das im Gespräch anspricht, zeigt, dass er die Arbeit ernst nimmt.
Unterlagen und Bewerbung
- Lebenslauf mit Stationen in Fleischerei, Küche, Theke oder Produktion.
- Gesellenbrief oder Meisterbrief, wenn vorhanden.
- Bescheinigung nach § 43 IfSG, wenn vorhanden.
- Angabe, ab welcher Uhrzeit du morgens arbeiten kannst.
Viele Betriebe laden zu einem Probetag ein. Dort geht es um sauberes, sicheres Arbeiten, nicht um Tempo. Frag vorher nach Arbeitskleidung und ob der Tag bezahlt wird.
Wenn du aus der Küche kommst, beschreib, welche Arbeiten mit Fleisch du dort übernommen hast, etwa Portionieren, Marinieren oder das Herstellen von Fonds.
Der Weg zum Meister
Mit Berufserfahrung als Geselle kannst du die Meisterprüfung ablegen. Sie ist die Voraussetzung, um einen Fleischerbetrieb selbstständig zu führen, und öffnet Leitungsstellen in Handwerk und Industrie. Informationen zu Vorbereitungskursen und Förderung bekommst du bei deiner Handwerkskammer.